Carina Daum & Daniel Wegner auf Landesfachkonferenz

Weiter denken in der christlichen Jugendarbeit

LANDESFACHKONFERENZ JUGENDARBEIT: EMPIRISCHE STUDIE „WEITER DENKEN“ DER CVJM-HOCHSCHULE GIBT IMPULSE FÜR DIE ZUKUNFT EVANGELISCHER JUGENDARBEIT IN NIEDERSACHSEN

Verden, 09.–10. Februar – Die Landesfachkonferenz der im Kreisjugenddienst tätigen Diakon*innen der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers findet gerade (vom 9. bis 10. Februar) im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain statt. Im Mittelpunkt der landeskirchenweiten Konferenz steht die empirische Studie „Weiter denken – Zukunft evangelischer Jugendarbeiten“, die in Kooperation mit der CVJM-Hochschule in Kassel (zukünftig Evangelische Hochschule Hessen, EHH) durchgeführt wird.

Die Studie wird von Prof. Dr. Daniel Wegner, Professor CVJM-Hochschule Kassel (ab April EHH) sowie Referent im Landesjugendpfarramt / Team Kinder und Jugendliche, und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Carina Daum konzipiert, durchgeführt und im Rahmen der Konferenz erstmals vorgestellt. Ziel ist es, die aktuelle Situation evangelischer Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen differenziert zu erfassen und eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für anstehende Veränderungsprozesse zu schaffen.

Jugendarbeit unter massivem Veränderungsdruck

Die evangelische Jugendarbeit steht in den kommenden Jahren vor tiefgreifenden Herausforderungen. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass klassische Formen der Vergemeinschaftung – etwa Vereine, Verbände oder Kirchen – an Bindungskraft verlieren. Gleichzeitig verschärfen sich die finanziellen Rahmenbedingungen der Kirchen, was sich auch auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auswirken wird. Hinzu kommen strukturelle Umbrüche innerhalb der Kirche, etwa durch den Rückgang von Gebäuden und Ansprechpersonen vor Ort, sowie eine zunehmende Diversifizierung der Verbändelandschaft bei gleichbleibenden öffentlichen Fördermitteln.

Nicht zuletzt verändern sich auch die Lebenswelten junger Menschen in rasantem Tempo. Um Kinder und Jugendliche weiterhin verlässlich begleiten und erreichen zu können, braucht es eine hohe inhaltliche Anpassungsfähigkeit und ein genaues Verständnis ihrer Bedürfnisse und Lebensrealitäten.

Wissenschaftliche Grundlage für aktives Gestalten

„Die anstehenden Veränderungen wollen wir nicht nur erleiden, sondern aktiv und verantwortungsvoll mitgestalten“, sagt Landesjugendpastorin Miriam Heuermann. Dafür sei eine umfassende Kenntnis des Arbeitsfeldes unerlässlich. Dafür brauche es fundierte Impulse von außen - hier setze die Studie „Weiter denken“ an.

Die zahlreichen bundesweiten Jugendstudien (u. a. SINUS-, Shell- und Trendstudien) bilden dabei eine solide Ausgangsbasis, liefern jedoch keine spezifischen Erkenntnisse zur evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen. Genau hier setzt die Studie an: Sie ergänzt die bestehenden Daten durch vertiefende Einblicke in das spezifisch evangelische Arbeitsfeld.

Einmalige Chance für nachhaltige Ausrichtung

Das Kooperationsangebot der CVJM-Hochschule Kassel (künftig EHH) wird als besondere Gelegenheit verstanden, diese „Tiefenbohrungen“ vorzunehmen und daraus fundierte inhaltliche Schwerpunktsetzungen für die Zukunft abzuleiten. Die Ergebnisse sollen die strategische Ausrichtung des Arbeitsfelds auf den verschiedenen Ebenen der Landeskirche konkrete Anhaltspunkte für eigene Entwicklungsprozesse bieten.

Gerade vor dem Hintergrund möglicher Schwerpunktsetzungen der Landeskirche im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die Studie ein wichtiger Baustein, um Entscheidungen auf eine tragfähige wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

„Dass sich Kirche und Hochschule gemeinsam auf den Weg machen, nach neuen und zukunftsweisenden Wegen für die Arbeit mit jungen Menschen zu suchen, erlebe ich als etwas ganz Besonderes,“ sagt Daniel Wegner. „Vor allem freue ich mich, dass junge Menschen selbst beteiligt werden.“ Die Landesfachkonferenz markiert den offiziellen Auftakt eines dynamischen Prozesses, der kirchliche Praxis und Wissenschaft verbindet und neue Perspektiven in der kirchlichen Jugend- und Bildungsarbeit aufzeigt.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektseite: www.ejh.de/fachstelle/Projekt--Zukunft-der-Jugendarbeit-

 

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Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bildet die CVJM-Hochschule Erzieher*innen und Jugendreferent*innen aus. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Zum Wintersemester 2023/2024 sind 474 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Prof. Dr. Tobias Faix. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

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