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Studientag Zukunftskunst: 3 Fragen an …

07.08.2019
Dr. Sandra Bils

[Am 28. September soll auf dem Studientag Zukunftskunst überlegt werden, ob Kirche als Hoffnungsträgerin im gesellschaftlichen Wandel der heutigen Zeit fungieren kann. Für diesen Studientag konnten drei hochkarätige Keyspeaker gewonnen werden, die wir schon jetzt zu Wort kommen lassen wollen. Heute: Dr. Sandra Bils, Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers]

Dr. Sandra Bils ist Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und arbeitet als Referentin für die ökumenische Bewegung Kirchehoch2. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Präsidialversammlung des Deutschen Evangelischen Kirchentags und Vorstandsmitglied des Fresh X-Netzwerks e. V.

Zeiten des Aufbruchs

Frage 1: Frau Dr. Bils, Zeiten des Umbruchs sind geschichtlich gesehen immer auch Zeiten des Aufbruchs, wo zeigt sich kirchlicher Aufbruch in Deutschland?

Antwort: Kirchlicher Aufbruch zeigt sich mancherorts, als zarte Pflänzchen, die dort aufsprießen, wo niemand Kirche erwartet oder wo niemand etwas von Kirche erwartet. Oftmals, wenn Christinnen und Christen ihre Komfortzone verlassen und an den Hecken und Zäunen Anderen und vor allem Gott begegnen. Die Dynamiken, die das auslöst sind wunderbar und erfrischen auch traditionelle kirchliche Strukturen.

Frage 2: Können Sie uns ein konkretes Beispiel für Innovation und Kirche geben?

Antwort: Konkrete Beispiele, die ich derzeit am ermutigendsten empfinde, sind Initiativen, die unsere bisherigen kirchlichen Denkstrukturen, Muster und Ansätze hinterfragen und herausfordern: Wenn an einem Ort die katholische und die evangelische Gemeinde sich Kirche, Gemeindehaus, Gemeindebrief, Pfarrsekretärin teilen und so gemeinsam und konsequent ökumenisch am Ort wirksam sind (z.B. Ökumenisches Kirchenzentrum Arche, Neckargemünd).

Oder wenn sich gemeindliches und gemeinwesenorientiertes Engagement am Ort zusammentun und zusammen mit anderen Playern am Ort für den Sozialraum die Kräfte bündeln und so so neue Attraktivität für Kirche entsteht. (z.B. Café International, St. Marien Winsen).

Oder wenn eine Kirchengemeinde ihr eigenes statisches und unbewegliches Gefüge hinterfragt, einen Bauwagen zur rollenden Kirche umbaut und an Orten auftaucht, an denen niemand christliches Engagement vermutet. (z.B. Kirchenmobil aus Obernkirchen).

Frage 3: Was wünschen Sie sich von diesem Studientag? Oder: Warum lohnt es sich, am 28. September dabei zu sein?

Ich freue mich, dass in der Veranstaltung das Thema Zukunft konstruktiv betrachtet wird, nicht wie sonst so oft in Form von Horrorprognosen und depressiv-lähmender Endzeitstimmung. „Kirche als Hoffnungsträgerin“ im Untertitel der Tagung macht für mich Lust auf den Austausch über Zukunftsbilder, ermutigende Erfahrungen und Träume von und für Kirche und unser gesellschaftliches Miteinander allgemein.

Frau Dr. Bils, vielen Dank für das Gespräch!

Ausführliche Informationen zum Studientag und die Möglichkeit zur Anmeldung unter www.cvjm.de/zukunftskunst


Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bietet sie die Kolleg-Fachschul-Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher und zur Jugendreferentin / zum Jugendreferenten an. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Derzeit sind 457 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Pfarrer Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 330.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit in den 1.500 Vereinen mit 2.000 Standorten, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Ehrenamtlicher Vorsitzender des CVJM Deutschland ist Präses Karl-Heinz Stengel. Hauptamtlicher Leiter ist Generalsekretär Pfarrer Hansjörg Kopp.

Der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. wird in redaktionellen Texten CVJM Deutschland genannt.

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