Wege in die rechtsextreme Szene

Die Anschläge in Halle und Hanau, die Ermordung von Walter Lübcke und die steigenden Zahlen der Hasskriminalität zeigen deutlich den Bedarf an Handlungskompetenzen für Sozialarbeiter*innen und Gemeindepädagog*innen auf (Quellenangabe am Ende des Texts).

Wie steigen Menschen in die rechtsextreme Szene ein und warum treten sie dieser bei? Wie können Sozialarbeiter*innen auf rechtsextreme Menschen reagieren und welche Anlaufstellen gibt es? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich der Kurs Präs. 2020 im Rahmen des Moduls „Migration, Integration und Interkulturalität“. Malte Lantzsch von Mobilen Beratungsteam Hessen (https://www.mbt-hessen.org/), der durch seine über 20-jährige Erfahrung in der Beratungsarbeit gegen Rechtsextremismus und für eine demokratische Kultur eine großen Überblick über die Entwicklungen in der rechtsextremen Szene hat, zeigt auf das „politisch-rechtes“ Gedankengut in der gesamten Gesellschaft vertreten ist.

Kinder und Jugendliche, die entweder in einer rechtsextreme Familie sozialisiert wurden oder über unterschiedlichsten Wege in die Szene hineingeraten, bietet diesen Antworten auf idendtifikative Fragen und vermittelt eine (Gruppen-) Zugehörigkeit.

Malte Lantzsch verdeutlicht, dass gerade in unsicheren Zeiten Jugendliche, aber auch Erwachsene, durch eine Zugehörigkeit der rechtsextremen Szene Aufwertung durch Abgrenzung erfahren, ein „klares“ Weltbild und strukturierte Rollenzuteilung erhalten. Diese vereinfachte und strukturierte Darstellung bieten sowohl Sicherheit als auch einen klar definierten „Sündenbock“ für die Probleme der Welt.

So unterschiedlich wie die rechte Szene in Nordhessen ist, so unterschiedlich sind auch die Einstiegswege. Neben dem Internet und den Sozialen Medien ist Musik mit rechten Inhalten ein häufiger Einstieg in die Szene, da Musik einen emotionalen Zugang und ein Lebensgefühl erzeugt.

Ganz aktuelle Wege in die rechte Szene sind auch Eintritte durch Verschwörungsideologien. Der Zusammenhang zwischen Verschwörungserzählungen zum Rechtsextremismus besteht dort, wo beispielsweise Parallelen zur NS-Zeit gezogen werden und eine Relativierung des Nationalsozialismus entsteht.

Anhand von Fallbeispielen haben die Studierenden praktische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, die sie in ihrer späteren Tätigkeit als Sozialarbeiter*innen oder Gemeindepädagog*innen umsetzen können. Beziehungsarbeit, (politische) Aufklärung und Bildungsarbeit sind die langfristigen Mittel um den Einstieg in die rechte Szene zu reduzieren und eine tolerante und friedvolle Gesellschaft zu fördern.

 

Quelle:

 


Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bildet die CVJM-Hochschule Erzieher*innen und Jugendreferent*innen aus. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Derzeit sind 574 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Pfarrer Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Ehrenamtlicher Vorsitzender des CVJM Deutschland ist Präses Steffen Waldminghaus. Hauptamtlicher Leiter ist Generalsekretär Pfarrer Hansjörg Kopp.

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