Die vier Jahreszeiten des Lobpreises

Beim Werkstatttag zum Thema "Theologie und Lobpreis" diskutierten die Teilnehmenden über den Wandel des Lobpreises innerhalb der vier Jahreszeiten.

Nicht nur Antonio Vivaldi in seinem Violinkonzert, sondern auch rund 80 Interessierte haben sich beim Werkstatttag Theologie & Lobpreis am Freitag, 25.03.2022 mit den vier Jahreszeiten auseinandergesetzt. Lobpreis kann vielfältig sein und muss ganzheitlich gedacht werden. Lobpreis ist mehr als die sommerliche Blaupause oder der bunte, gereifte Herbst. Lobpreis beinhaltet auch Zeiten des Abschieds und der winterlichen Stille sowie des Neuanfangs und des zarten Frühlingssäuseln.

Tobias Faix hat in seinem eingehenden Impuls „Anbetung in Zeiten der Mehrdeutigkeit“ in die vier Jahreszeiten eingeführt und dabei die Teilnehmenden auch dazu ermutigt, gerade hinsichtlich einer ungewissen Weltlage, der Pandemie und persönlichen Krisen, diese Mehrdeutigkeit auszuhalten, so wie auch Jesus die unterschiedlichen Lagen von Menschen ausgehalten hat. Tobias Faix plädiert dafür, diese Mehrdeutigkeit der Welt und des Lebens in eine Mehrstimmigkeit im Lobpreis zu übertragen, damit Lobpreis in allen Lebenslagen und Jahreszeiten Worte geben kann, die wir nicht haben. Mit einem abschließendem Kyrie-Ruf und Gebet für die Menschen im Krieg in der Ukraine, wurde dieses Mittragen und Worte finden direkt gemeinschaftlich umgesetzt.

Gemeinsam mit Martin Buchholz und Timo Böcking vom Projekt „Herz + Mund“ sowie Lara Neumann erhielten die Teilnehmenden anschließend einen neuen Blick auf den Sommer im Lobpreis. Sommer, eine Zeit der Freude, der Leichtigkeit, des miteinander Feierns am Tisch des Herrn. Und gleichzeitig sollte im Sommer auch reflektieren werden, dass es nicht jedem nach Leichtigkeit zumute ist, nur weil es für einen selbst vielleicht gerade Sommer ist. Der eigene Sommer kann auch das Mitglauben für andere bedeuten und dazu ermutigen, Lobpreis mit anderen, mit der Welt zu teilen.

Im Herbst sprach sich Albert Frey dafür aus, mutig unseren Lobpreis reifen zu lassen und neben dem sommerlichen, vielleicht auch manchmal naiven, Lobpreis, loszulassen, das Weniger zu suchen, Dankbarkeit im Lobpreis auszudrücken. Dankbarkeit dem Schöpfer gegenüber, der auch die unterschiedlichen Lebenszeiten geschaffen hat und uns darin begleitet.

Winterliche Klänge, mal ganz anders: Dennis Thielmann von Bildungszentrum Bienenberg hat mit seinem Team „Songs of Peace“ mit World Music Sounds, Stille und Meditation einen Teil von Lobpreis dargebracht, der doch so oft untergeht. Aushalten lernen, zu fragen: „Wo bist du, Gott?“, Abschied, Trauer, Wut und Leere durch Stille und Wiederholung, durch Liturgie und Klänge Raum zu geben. Nicht einfach darüber hinwegsehen, dass es auch Musik und Lobpreis für solche Zeiten braucht.

Nicht zuletzt, ganz leise und sanft bahnt sich im Frühling die Hoffnung auf einen Neuanfang an. Bastian Benoa berichtet im Gespräch mit Mitch Klötzer von seinem Neuanfang als Lobpreisleiter und Songwriter und nimmt die Teilnehmenden mit auf eine Reise des Mutes und der kleinen Schritte. Denn nach jedem Winter folgt auch ein Frühling. Ein neues Erwachen, so zart und doch verheißungsvoll. Menschen, die im Lobpreis wieder beginnen, Vertrauen und Hoffnung zu fassen, wie es auch Rebecca Krämer in ihrem Spoken Word wunderschön verdeutlichte.

Neben diesen ehrlichen und inspirierenden Eindrücken sollte auch Raum für Austausch und Vernetzung sein. So konnten sich die Teilnehmenden sowohl in einem Speed-Meeting als auch in einer längeren Kleingruppenphase über ihre Erfahrungen mit den vier Jahreszeiten des Lobpreises austauschen, praktische Tipps zur Umsetzung miteinander teilen und sich vernetzen.

Mit einem großen Dank an die Beteiligten blicken wir erfüllt auf den Werkstatttag zurück und hoffen, dass diese Impulse in den Herzen und Gemeinden der Teilnehmenden viel bewegen.

Anna-Lena Moselewski


Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bildet die CVJM-Hochschule Erzieher*innen und Jugendreferent*innen aus. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Derzeit sind 574 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Pfarrer Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

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