Auslandspraktikum in Corona-Zeiten? Geht!

Susanna Bitterolf berichtet über ihr Praxissemester im SOS-Kinderdorf Altmünster (Östereich)

Wo warst du im Praxissemester? Wie bist du auf die Stelle aufmerksam geworden?

Ich habe mein Praxissemester im SOS-Kinderdorf in Altmünster am Traunsee gemacht. Das ist eine Gemeinde im Salzkammergut in Österreich. SOS-Kinderdörfer waren mir schon davor ein Begriff und durch Internetrecherche habe ich erfahren, dass sie ursprünglich aus Österreich kommen und es dort zahlreiche große Dörfer gibt. Dann habe ich einfach mal ein paar angeschrieben.

Welchen Aufgaben bist du dort nachgekommen?

An vier Tagen in der Woche war ich in einer Kinderdorffamilie und an einem Tag war ich einer Wohngruppe zugeteilt, in der sieben Kinder und Jugendliche lebten. In der Kinderdorffamilie unterstützte ich die Kinderdorfmutter in ihren vielfältigen Aufgaben. Ich begleitete den Alltag der Kinder und kümmerte mich größtenteils um die dreijährigen Zwillinge, die sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung benötigten. Ich spielte mit ihnen Rollenspiele, ging mit ihnen in den Turnsaal oder nach draußen, brachte sie ins Bett und kümmerte mich um die Körperhygiene. Den älteren Kindern half ich bei den Hausaufgaben und lernte mit ihnen für Tests. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit, an Teamsitzungen, Hilfeplangesprächen und Supervisionen teilzunehmen.

Was hat dir am meisten Freude bereitet?

Mir hat es große Freude gemacht, mir eigene Projekte auszudenken und sie anschließend mit den Kindern umzusetzen. Gerade im stressigen und durchgeplanten Alltag haben sich die Kinder umso mehr gefreut, wenn man sich Zeit für besondere Dinge genommen hat.

Was war deine größte Herausforderung?

Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich eine Beziehung zu den Kindern aufbauen konnte. Da viele von ihnen schon mehrmals in ihrem Leben von wichtigen Menschen verlassen wurden, sind sie zurückhaltend und wollen sich schützen. Umso schmerzhafter war dann auch der Abschied. Zudem hat das, was die Kinder in der Vergangenheit erlebt haben, oft langfristige Folgen, die sich auch auf ihr Verhalten auswirken. Das war oft herausfordernd und erforderte viel Geduld und Verständnis.

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe auch hauptberuflich nachzugehen?

Ja, das kann ich. Die stationäre Jugendarbeit ist ein spannendes Arbeitsfeld mit viel Verantwortung. Man ist für die Kinder Familienersatz und ist im Schichtdienst rund um die Uhr für sie da. Dabei entstehen intensive Beziehungen und es gibt viele Möglichkeiten, sich kreativ einzubringen.



Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bietet sie die Kolleg-Fachschul-Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher und zur Jugendreferentin / zum Jugendreferenten an. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Derzeit sind 552 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Pfarrer Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Ehrenamtlicher Vorsitzender des CVJM Deutschland ist Präses Steffen Waldminghaus. Hauptamtlicher Leiter ist Generalsekretär Pfarrer Hansjörg Kopp.

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