Die Weiterbildung Theologie (studien- und berufsbegleitend) bietet Menschen jeden Alters und mit jedem beruflichen Hintergrund die Möglichkeit, eine theologische Weiterbildung mit kirchlich anerkannter Abschlussprüfung abzulegen.

Die Rahmenbedingungen

Beginn und Dauer der Ausbildung:

Jeder Kurs beginnt mit einer Einführungswoche Anfang September und dauert 36 Monate.

Formale Voraussetzungen

  • mittlerer Bildungsabschluss, Berufsausbildung und 1 Jahr Berufserfahrung oder
  • Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife und 1 Jahr Praxiserfahrung

Außerdem erwarten wir die Bereitschaft, sich auf eine Ausbildung einzulassen, die ihr Fundament im christlichen Glauben hat, eingebettet ist in ein geistliches Miteinander (v.a. während der Präsenzphasen) und auf die missionarisch-diakonische Praxis zielt.

Gebühren

Die Studiengebühren betragen für den Ausbildungsgang aktuell monatlich 225 Euro.

Während der Präsenzwochen kommen die Unterbringungskosten hinzu. Es besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Gewährung eines zinslosen Darlehens aus dem Kolleg-internen Grete-Lüst-Fonds zu stellen.

Studienorganisation

Es wird in zwei Studienformen gearbeitet:

  • Online-Einheiten mit Einreichaufgaben als Leistungsnachweis und
  • Präsenzwochen in Kassel (3- bis 4-mal pro Jahr)

Bewerbung

Die Bewerbung für Theologie (studien- und berufsbegleitend) erfolgt in zwei Schritten, deren Reihenfolge nicht festgelegt ist:

  • persönliches Interessenten- bzw. Vorstellungsgespräch
  • Einreichen der vollständigen Bewerbungsunterlagen

Eine Bewerbungscheckliste (welche Dokumente werden gebraucht...) erhalten Sie im Sekretariat.

Schwerpunkte der Ausbildung

  • Die Bibel neu entdecken:
    Von der Geschichte des Volkes Gottes über die Evangelien von Jesus Christus zu den Briefen des Apostels Paulus
  • Die Geschichte der Christenheit wahrnehmen:
    Von den Anfängen der verfolgten Kirche über die Klöster des Mittelalters, der Reformation Martin Luthers und den geistlichen Aufbrüchen im Pietismus hin zur Gegenwart ökumenischer und interkultureller Vielfalt
  • Den eigenen Glauben reflektieren:
    Vom Verstehen der Bibel, dem Reden über Gott, dem Bekenntnis zu Jesus Christus und seiner Bedeutung für unser Leben über die Wirklichkeit der Kirche Jesu bis zum Nachdenken über den ewigen Horizont des Lebens
  • Die gute Botschaft weitersagen:
    Eine Andacht halten und ein seelsorgerliches Gespräch führen, evangelistisch predigen und Mitarbeitende weiterbilden

Einblicke in den Ausbildungsalltag

„Die Gemeinschaft hier ist toll, in unserem Kurs gehen die Beziehungen weit über das Inhaltliche hinaus. Die Zeiten zu Hause mit dem Online-Studium sind teilweise sehr anstrengend, aber die Präsenzwochen in Kassel gleichen das wieder aus. Das ist wie Erholung, obwohl wir natürlich auch hier viel arbeiten müssen. Wir haben täglich von 9 bis 18 Uhr Kurse und am Abend kommt es dann vor, dass wir bei einem Glas Wein bis tief in die Nacht weitere theologische Ansichten diskutieren und austauschen. Doch gerade dieser Austausch ist ein großes Geschenk und bereichert uns alle.“

(Nicole Schnaars, 35, aus Freudenstadt, gelernte Erzieherin, nun hauptamtliche Mitarbeiterin im EJW in der Jugendarbeit und Teilnehmerin der Weiterbildung Theologie (studien- und berufsbegleitend).)


„Unser Thema heute ist die Gerechtigkeit Gottes. Was ist der Unterschied zwischen Genitivus Subjectivus und Genitivus Objectivus? Ist das allen klar?“

Es ist Donnerstagnachmittag, die Mittagspause ist gerade vorbei. Der vierte Tag aufmerksamen Studierens, Diskutierens und Lernens – doch die Teilnehmenden der Weiterbildung Theologie zeigen keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Pfarrer Frank Weber blickt in ausschließlich aufmerksame Gesichter.

In dieser Woche beschäftigen sich die Teilnehmenden vor allem mit den Schriften des Paulus. Die elf Personen – sechs Frauen und fünf Männer – haben ganz verschiedene berufliche Hintergründe.

Markus Witzgall ist 31 und kommt aus Stuttgart. Ursprünglich hat er Hauptschullehramt studiert, als Lehrer gearbeitet hat er aber nie. Ihn zog es in den CVJM, der ihm schon von klein auf eine geistliche Heimat bot. Als CVJM-Referent will er diese Erfahrung an junge Erwachsene weitergeben. „Das Tolle ist, dass ich das Gelernte aus der CVJM-Weiterbildung immer sofort in der Praxis anwenden kann.“

Diese praktische Verwendung der Weiterbildung erlebt die 39-jährige Dönüs Ungericht aus Stuttgart derzeit noch nicht. Im Moment ist sie hauptberuflich Mutter von zwei Kindern und arbeitet in Teilzeit im Seehaus in Leonberg in der Verwaltung. Die christliche Einrichtung bietet jungen Straftätern einen „Jugendstrafvollzug in freier Form“. Mit der Weiterbildung hat Dönüs begonnen, „weil ich es Gott versprochen habe. Ich weiß noch nicht, in welcher Form ich mein neues Wissen nach der Weiterbildung  anwenden kann, aber Gott wird mich leiten.“ Im Moment sei die Weiterbildung für sie eine gute Möglichkeit, um weiter Mama zu sein und gleichzeitig die Zeit zu überbrücken, bis sie tatsächlich in ihrem neuen Beruf arbeiten kann.

Rainer Grauf stammt aus Kaufering in Bayern und arbeitet als statistischer Programmierer in der Pharmabranche. Die Weiterbildung absolviert er aus rein privatem Interesse. Seit Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im CVJM. Doch der 55-Jährige sagt: „Ich habe nicht vor, später hauptamtlich im CVJM zu arbeiten, sondern ich studiere vor allem, um mich weiterzubilden. Es ist gut, wenn einige Menschen in den Gemeinden mehr theologischen Tiefgang besitzen, da es in Zukunft bestimmt vermehrt Hauskreise für Migranten geben wird, die Unterstützung brauchen.“ Für die Präsenzwochen muss er jedes Mal Urlaub nehmen, doch das nimmt er für den geistlichen Input, den er dafür erhält, gern in Kauf.

[September 2015]

Sie haben Fragen zum Studium oder zur Aus- und Fortbildung?
Senden Sie uns eine WhatsApp:
0176 45 79 28 88

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen.

Mehr erfahren