Abgeschlossene Forschungsprojekte

Aufwachsen in einer christlichen Familie. Eine empirische Studie zur christlich-familiären Erziehung Projektbeschreibung

Christliche Erziehung ist ein wesentlicher Prägefaktor für die Glaubensentwicklung. Erziehungswissenschaftlich gilt es als evident, dass die primäre Sozialisation in der Familie und insbesondere die Prägung durch familiäre Bindungs- und Bezugspersonen für die Entwicklung der Persönlichkeit eine große Bedeutung aufweisen. Zeitgleich befindet sich die Familie als Institution in einem rasanten Wandel. Intensive gesellschaftliche Transformationen, sowie der damit einhergehende Wertewandel, haben auch die Institution Familie verändert. So pluralisierten sich nicht nur die Lebensformen, sondern es kam während der letzten Jahrzehnte auch zu einem Wechsel in den Erziehungsstilen.

Vor diesem Hintergrund ging diese Studie der Frage nach, wie Glaubenserziehung in christlichen Familien (mit christlich, hochreligiösen Eltern) konkret aussieht und wie sich gesellschaftliche Transformationsprozesse in dieser niederschlagen.

Weitere Teilfragen der Studie waren: Wie wird in einer christlichen Familie heute erzogen? Wie wird versucht, Glauben im Kontext der Familie zu vermitteln? Welche gemeinsamen (geistlichen) Praktiken und Rituale gibt es? Wie prägt der Glaube das Familienklima? Wie wird der Glaube praktisch vorgelebt? Welche Rolle spielen Vater und Mutter für die Entwicklung von Glaube und Gottesbilder der Kinder? Welche Rolle spielt Kirche und Gemeinde für das Familienleben? Und welchen Einfluss haben diese auf die Kinder? Was wird im Rückblick in Bezug auf die eigene Erziehung als positiv, was als negativ erlebt? 

Dazu wurden 1752 Elternteile befragt, die sich selbst als Christinnen und Christen verstehen und in deren Haushalt wenigstens ein Kind zwischen 4 und 18 Jahren lebt. Zusätzlich wurden mit 12 Elternteilen ausführliche Interviews durchgeführt, um Hintergründe und Motivationen besser zu verstehen und beispielhaft aufzuzeichnen.

  • Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Künkler
  • Projektteam: Prof. Dr. Tobias Faix, Tim Sandmann (†), Annika Hauschild, Sarah Dochhan, Tobias Schädel, Christine Campen
  • Projektdauer: 2014 bis 2016
  • Beteiligte Institutionen: SCM-Stiftung (Finanzierung), SCM-Verlag (Beratung und Publikationen)

Publikationen:

Künkler, Tobias/Faix, Tobias (2017): Zwischen Furcht und Freiheit. Das Dilemma der christlichen Erziehung. Witten: SCM R.Brockhaus.

Forschungsbericht zum Download (PDF, 2.5 MB)

Künkler, Tobias/Faix, Tobias/Müller, Damaris (2017): Frei erziehen – Halt geben. Christliche Erziehung für unperfekte Eltern. Ein Praxisbuch. Witten: SCM R.Brockhaus.

"Warum ich nicht mehr glaube…". Eine Studie zur Dekonversion junger Erwachsener.

Projektbeschreibung:

Warum können oder wollen Menschen, die sich einmal selbst als gläubig bezeichnet haben, nicht mehr glauben? Eine in aktuellen Debatten wenig beachtete Thematik ist die Dekonversionsforschung, die sich dieser Frage widmet. Gerade unter postsäkularen Bedingungen, in denen die Bedeutung von Religion einem großen Wandel unterliegt, kann die Dekonversionsforschung wichtige Einblicke in das Verständnis von Religion und Glaube, aber auch von Kirche und Gemeinde geben. Die hier vorgestellte Studie soll dazu einen Beitrag liefern. Im Fokus steht dabei die Frage, warum junge Erwachsene, die sich einmal als Christinnen oder Christen verstanden haben, nicht mehr glauben können oder wollen. Gefragt wird also spezifisch nach dem Erleben der Dekonversion aus der Sicht der Betroffenen bzw. deren Narration ihrer Konversion und Dekonversion. Trotz einer Pluralität an Glaubensformen in der heutigen deutschen Gesellschaft widmen wir uns bewusst Personen mit einem christlichen Hintergrund. Andere Studien (vgl. Streib 2009) stellen eher die Intensität und alltagweltliche Ausprägung des ehemaligen Glaubens in den Vordergrund, unabhängig von der spezifischen religiösen Zugehörigkeit. Hingegen erforschen wir dezidiert ehemalige Christinnen und Christen (nach Selbstaussage), die aus sehr unterschiedlichen dogmatischen und konfessionellen Hintergründen stammen. Es zeigt sich, dass unabhängig von den verschiedenen Hintergründen, bestimmte Motive und Erfahrungen auftreten, die sich durch alle Interviews ziehen.

Methodik:

  • Onlinebefragung mit 322 Beteiligten
  • Hauptstudie mit 15 biographischen Interviews

Rahmendaten:

  • Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Faix
  • Projektteam: Prof. Dr. Tobias Faix, Prof. Dr. Tobias Künkler, Martin Hofmann
  • Projektdauer: 2012 – 2014
  • Beteiligte Institutionen: SCM-Stiftung (Finanzierung), SCM-Verlag (Beratung und Publikation)

Publikationen:

  • Faix, Tobias/Künkler, Tobias/Hofmann, Martin (2015): Warum ich nicht mehr glaube. Warum junge Erwachsene den Glauben verlieren. 3. Aufl. Witten: SCM R.Brockhaus.
  • Faix, Tobias/Künkler, Tobias (2017): Dekonversion als postsäkulares Phänomen: Ergebnisse einer empirisch-theologischen Studie. In: Lüdke, Frank/Schmidt, Norbert (Hg.): Pietismus – Neupietismus – Evangelikalismus. Identitätskonstruktionen im erwecklichen Protestantismus. Münster: LIT Verlag. 243-274.
  • Hofmann, Martin (2015): Wenn Jugendliche nicht mehr glauben. Theologische Vorstellungen von jugendlichen Dekonvertiten. In: Faix, Tobias/Riegel, Ulrich/Künkler, Tobias (Hg.): Theologien von Jugendlichen. Empirische Erkundungen zu theologisch relevanten Konstruktionen Jugendlicher. Münster: LIT Verlag. 191-206.

Spiritualität von Jugendlichen

Zentrale Fragestellung und Zielformulierung: Wie wird das Thema der Spiritualität im Rahmen der Ev. Jugend berücksichtigt und welche Formen werden – in diesem Zusammenhang – von den Jugendlichen (im Alter zwischen 14 und 19 Jahren) bevorzugt? Anhand der Studie sollen beispielhafte Zugänge, wie das Thema Spiritualität, in entsprechenden Lebenswelten Berücksichtigung finden bzw. im Rahmen der Jugendarbeit lebensweltorientiert thematisiert und dargestellt werden.

Dabei wurden folgende trianguläre Forschungsmethoden eingesetzt:

  • qualitative Forschung zum Nutzen und Gebrauch des Begriffs Spiritualität im Alltagsleben Jugendlicher durch Mix Methods: „religiöses mapping“ (inkl. Collage), halbstandardisierte Interviews und Gruppendiskussion, methodologische Vorgehensweise nach der Grounded Theory (Straus/ Corbin), Auswertung mit Hilfe maxqda2010
  • quantitativer geschlossener Fragebogen, paper&pencil/ evt. nach Möglichkeit online; Erstellung erfolgt mit Hilfe von graftstat 4.70 (Uwe Diener 2010); Auswertung erfolgt durch SPSS 15.0

Forschungsablauf:

Der Forschungsablauf unterteilt sich in drei ineinandergreifende Phasen: 

  • Phase I: Januar bis August 2010 theoretische Erarbeitung der Thematik
  • Phase II: Mai bis Oktober 2010 qualitative Studie zur Begriffsfindung
  • Phase III: November 2010 bis Oktober 2011 quantitative Erhebung innerhalb der westfälischen Kirche

Rahmendaten:

  • Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Faix
  • Projektteam: Prof. Dr. Tobias Faix, Prof. Dr. Tobias Künkler, Sarah Dochhan, Wanda Otto und Daniel Moninger
  • Erhebungszeitraum: 2012/13
  • Beteiligte Institutionen: Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (Finanzierung und Beratung)

Veröffentlichungen:

Aktuelle Informationen und eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie (39 Seiten) können direkt hier runtergeladen werden (PDF, 1.5 MB)

  • Bußmann, Udo/Faix, Tobias/Gütlich, Silke (Hg.) (2013): Wenn Jugendliche über Glauben reden – Gemeinsame Erfahrungsräume gestalten: Ein Praxisbuch für die Jugendarbeit. Basierend auf der empirica-Studie "Spiritualität von Jugendlichen". Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag.
  • Faix, Tobias (2014): Semantics of Faith. Methodology and Results Regarding Young People’s Ability to Speak about their Beliefs. In: Journal of Empirical Theology 27. 1-21.
  • Dochhan, Sarah/Sandmann,Tim (2015): Glaubensstrukturen Jugendlicher. In: Faix, Tobias/Riegel, Ulrich/Künkler, Tobias (Hg.): Theologien von Jugendlichen. Empirische Erkundungen zu theologisch relevanten Konstruktionen Jugendlicher. Münster: LIT Verlag. 71-85.
  • Faix, Tobias (2015): Deutungsmuster jugendlicher Spiritualität. Semantik als Grundlage jugendtheologischer Überlegungen. In: Faix, Tobias/Riegel, Ulrich/Künkler, Tobias (Hg.): Theologien von Jugendlichen. Empirische Erkundungen zu theologisch relevanten Konstruktionen Jugendlicher. Münster: LIT Verlag. 49-70.

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