Aktiv Veränderung gestalten

Der Master qualifiziert zukünftige Fach- und Führungskräfte im sozialen und kirchlichen Sektor, besonders dort wo Change-Management-Prozessen durchgeführt werden müssen, Soziale Innovation initiiert werden soll oder neue Praxisfelder mit neuen Handlungslogiken allererst entstehen. Der Abschluss Master of Arts in "Transformationsstudien: Öffentliche Theologie & Soziale Arbeit (M.A.)" ist den Masterabschlüssen von Universitäten gleichgestellt und berechtigt grundsätzlich zur Promotion. Näheres dazu regeln die Promotionsordnungen der jeweiligen Universitäten.

Berufliche Perspektiven

Der Master qualifiziert zukünftige Fach- und Führungskräfte in Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit sowie von CVJM, Kirche und Diakonie. Besonders qualifiziert er für Tätigkeiten, die sich in neuartigen Kooperationen zwischen diesen Arbeitsfeldern gebildet haben oder noch im Entstehen begriffen sind.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hierbei auf der interprofessionellen Qualifikation für vielfältige Praxisfelder mit neuartigen oder sich überschneidenden Handlungslogiken.

  1. Kirchliche Arbeitsfelder
  2. Arbeitsfeld: CVJM
  3. Diakonische Arbeitsfelder
  4. Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit: Schwerpunkt Gemeinwesen und Sozialraumorientierung
  5. Arbeitsfelder innerhalb christlicher Initiativen, Stiftungen und Projekte
  6. Arbeitsfelder in den Zwischenräumen von Kirche, Diakonie und Gemeinwesen

1. Kirchliche Arbeitsfelder

  • Die ev. Gliedkirchen der EKD durchlaufen einen großen Transformationsprozess, der unterschiedliche Gründe hat. Zwei entscheidende sind die jährlich ca. 200.000 Kirchenaustritte und der akute Fachkräftemangel. Hinzu kommt eine neue Generation an Hauptamtlichen, die mit dem alten Berufsbild der Pfarrerin/des Pfarrers wenig anfangen kann. Deshalb entstehen in immer mehr Landeskirchen Versuche, eine neue Ebene zwischen den Berufen der Pfarrer/-innen und Diakon/-innen zu etablieren.
  • Zudem kommt es vermehrt zu Teamlösungen auf Kirchenkreisebene, in denen diese Ebene mit lokalen kirchlichen Akteuren Hand in Hand zusammenarbeitet. Aufgabenschwerpunkte sind: Vernetzungsarbeit, Rückbindung der Kirche ins Gemeinwesen, Verknüpfung von Gemeindeleben mit Diakonie, missionarischer Gemeindeaufbau, etc. Ein weiteres Stichwort ist „Neugründung“: Momentan entstehen in fast allen Gliedkirchen der EKD neue Initiativen, Gründungen und Bewegungen, wie Fresh-X, kirchliche Erprobungsräume und andere Innovationsräume.
  • Für diese Arbeit suchen die jeweiligen Gliedkirchen entsprechend ausgebildete Fachkräfte, zum Beispiel: Fresh-X-Beauftragte einer Landeskirche. Gleichermaßen gilt dies für Gemeindegründungen in Freikirchen, Gemeinschaftsverbänden oder gar konfessionsübergreifende, missionale Gründungsprojekte.  

2. Arbeitsfeld: CVJM

  • Die Gründung der CVJM-Arbeit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Beispiel für eine Soziale Innovation in einer Zeit von Traditionsabbruch und rasanter sozialer Veränderung (Industrialisierung, Verstädterung, etc.) und der ganzheitliche Ansatz dieser Arbeit („die gute Nachricht von Jesus Christus weitergeben und sich für das geistliche, intellektuelle und körperliche Wohlergehen der Einzelnen und das Wohl der Gemeinschaft einsetzen“, wie es in der Challenge 21 formuliert wird) zielt auf Transformation. Zugleich gibt es einen zunehmenden Bedeutungsverlust verbandlicher (Jugend-) Arbeit, die auch den CVJM, sowohl in seinen Verbänden, als auch in seinen Ortsvereinen maßgeblich betrifft und betreffen wird. Immer mehr junge Menschen wollen sich nicht institutionell binden, weshalb viele Ortsvereine und CVJM-Werke vor großen inhaltlichen und strukturellen Herausforderungen stehen.
  • Der CVJM benötigt daher Führungspersönlichkeiten, die junge Menschen für christliche Verbandsarbeit – auch durch ihre eigene CVJM-Identität – begeistern können sowie die Fähigkeit besitzen, Haupt- und Ehrenamtliche für die Initiierung von Veränderungen zu motivieren und zu befähigen. Beispiel: Move-the-Y-Prozess der Arbeitsgemeinschaft der CVJM Deutschland. 

3. Diakonische Arbeitsfelder

  • Die Diakonie Deutschland hat in einem Zukunftspapier Trends und Impulse für die Strategieplanung herausgearbeitet, die für den Arbeitsmarkt der Diakonie von großer Bedeutung sind. Beabsichtigt werden z.B. die Stärkung des evangelischen Profils der diakonischen Arbeit sowie die Etablierung der Sozialraumorientierung als durchgehendes Handlungsprinzip. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen braucht es qualifizierte Fachkräfte.
  • Dieser Master-Abschluss befähigt, die Steuerung von diakonischen Prozessen im Gemeinwesen zu übernehmen und für eine Stärkung der Gemeinwesendiakonie durch die aktive Förderung von Ehrenamtlichen zu sorgen. Er qualifiziert für Stellen in diakonischen Werken, die mit doppelt qualifizierten Leitungspersonen (Theologie/Soziale Arbeit) besetzt werden sollen, aber auch für andere Tätigkeiten in Gemeindediakonie/Kirchenkreisdiakonie (Kleider- und Tafelläden, Familienzentren, diakonische Zentren). Weitere mögliche Aufgaben sind die Bildung von Synergien zwischen institutionalisierter Diakonie und Ortsgemeinden sowie anderen Kooperationspartnern.

4. Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit: Schwerpunkt Gemeinwesen und Sozialraumorientierung

  • Gemeinwesenarbeit ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil Sozialer Arbeit. Hier hat ein Weiterentwicklungs- und Ausdifferenzierungsprozess stattgefunden, der zu stadtteilbezogener Sozialen Arbeit, Quartiersmanagement und sozialraumorientierter Sozialen Arbeit geführt hat. In diesen Feldern fand und findet besonders häufig Soziale Innovation statt und ist hier angesichts der Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels auf Gemeinwesen (z.B. des zunehmenden ökonomischen Drucks, der Integration von Geflüchteten, soziale Spaltungsprozesse, etc.) besonders nötig.
  • Die Absolventinnen und Absolventen des Masters werden insbesondere für diese innovative und transformative Gemeinwesenarbeit qualifiziert. Angesichts des großen Bedarfs an Fachkräften in der Sozialen Arbeit stehen den Absolvent/-innen aber auch andere Felder der Sozialen Arbeit offen: z.B. Sozialmanagement,  Integrationshilfe und interkulturelle soziale Dienstleistungen, Arbeit mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen (z.B. Alte, Geflüchtete, Erwerbslose), teils auch Bereiche der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. 

5. Arbeitsfelder innerhalb christlicher Initiativen, Stiftungen und Projekte

  • Durch den gesellschaftlichen Wandel entstehen immer mehr Stiftungen in christlicher Trägerschaft, die sich beispielsweise in den Bereichen Integration, Schulen, offene Jugendarbeit und Gemeindegründung engagieren. Diese suchen Expertinnen und Experten, die eine theologische Urteilsfähigkeit und gleichermaßen eine sozialarbeiterische Kompetenz besitzen, um kooperativ und professionell an den jeweiligen Projekten und mit anderen Partnern im Gemeinwesen zu arbeiten.
  • Beispiel: Seehaus e.V., Wertestarter, Jumpers, Blu:Boks

6. Arbeitsfelder in den Zwischenräumen von Kirche, Diakonie und Gemeinwesen

  • In den letzten Jahren kamen Städte und Kommunen, aber auch Kirchen und diakonische Werke immer mehr unter einen ökonomischen Druck, sodass Kooperationen unausweichlich waren, um die soziale Infrastruktur im Gemeinwesen aufrecht zu erhalten. Dazu werden zunehmen Fachkräfte gesucht, die die Logik der verschiedenen Partner verstehen, zusammenführen und gestalten können.
  • So entstehen neue Kooperationsräume zwischen unterschiedlichen Trägern von Stadt, Kirche und Diakonie, um die gemeinsamen Herausforderungen, die immer größer werdende Schere von Arm und Reich und die Integration von Zuwanderung zu bewältigen.
  • Es fehlen Fachkräfte, die die Steuerung von partizipatorischen Meinungsbildungsprozessen im Zwischenraum von Kirche, Diakonie und verschiedenen Playern des Gemeinwesens leiten können, zum Beispiel: Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in innovativer Stadtteilarbeit in christlicher Trägerschaft oder umgekehrt: Christliche Initiativen in städtischer Trägerschaft. Hier entstehen immer mehr vernetzte arbeitsfeldübergreifende Dienstaufträge (zwischen Kirche, Diakonie und Sozialer Arbeit).

Die Geschichte des Masters: Stimmen und Projekte

Aus den Erfahrungen des erfolgreichen und jahrelang etablierten Studienprogramm Gesellschaftstransformation wurde nun ein neuartiger Master entwickelt, der sich noch besser an den deutschen Verhältnissen (inkl. Akkreditierung) orientiert und konsequent interdisziplinäre aufgebaut ist und somit für einen breiteren Arbeitsmarkt im kirchlichen und sozialen Sektor qualifiziert.

Wir sind sehr dankbar für die über zehn Jahre Erfahrung mit dem Studienprogramm Gesellschaftstransformation und wollen hier einige Stimmen über das Programm zu Wort kommen lassen sowie einige der Projekte kurz vorstellen, da sie einen guten Übergang darstellen von dem was war und dem was jetzt geplant ist.

Stimmen von Absolventinnen und Absolventen:

„Das Studium ist so ziemlich das Beste, was mir nach knapp 15 Jahren hauptamtlicher Gemeindepraxis passieren konnte: Jedes einzelne Studienmodul erlebe ich als Quelle der Inspiration. Für mich persönlich und für meine Gemeinde, aus der Mitarbeitende bereits zurückgemeldet haben, wie bereichernd sich mein Studium auf Veränderungsprozesse in der Gemeinde auswirkt. Ich erlebe, wie meine Gemeinde neu herausgefordert wird, eine relevante Größe in der Gesellschaft zu sein. Gesellschaftstransformation bleibt dadurch kein unerreichbares Ideal, sondern beginnt ganz praktisch mit kleinen Schritten der Veränderung. In den interdisziplinären Studieninhalten kommen Theorie und Praxis zusammen zu einem kreativen Ganzen.

Theologische Fragen werden von den Dozenten, die mich fachlich und menschlich beeindruckt haben, nicht vorschnell einseitig aufgelöst, sondern in kreativer Spannung gehalten. Die persönliche Atmosphäre fördert intensive Lernprozesse. Das studienbegleitende Praxisprojekt sorgt dafür, dass ich fortwährend herausgefordert bin, die Lerninhalte auf die Praxis zu beziehen. Bei allem Lob noch ein Wort der Warnung: Ich erlebe, dass die Transformationsstudien nicht vor dem Menschen Halt macht, der sie studiert. Mit meinen Wurzeln, meiner Biografie und meiner Persönlichkeit bin ich Teil des Veränderungsprozesses. Und das ist für mich mindestens genauso spannend und herausfordernd wie es die Studieninhalte sind.“

Wolfgang Arzt, Stellvertretender Vorstand "Die Stiftung - Erinnern ermöglichen"

„Meine Motivation für das Studium war es, Impulse zu bekommen, wie wir uns als Gemeinde auf den Weg zu den Menschen machen können, die nicht zu uns kommen. Das Studium ist für mich eine große Bereicherung, sowohl für mein theologisches Denken als auch für die Praxis. Die Inhalte und Fragestellungen sind am Puls der Zeit, stellen auf positive Weise infrage und haben eine große Relevanz für die Praxis. Das Gelernte am eigenen Projekt zu prüfen und anzuwenden, ist herausfordernd, aber auch eiterbringend.“

Andrea Haase, Evangelische Kirchgemeinde Gotha-Siebleben

„Die Transformationsstudien treffen aus meiner Sicht genau den Nerv der Zeit und gleichzeitig die Entwicklung unserer Gemeinde. Die theoretischen Auseinandersetzungen und praktischen Tools sind für mich an vielen Stellen direkt auf die Gemeindearbeit übertragbar. Gleichzeitig werden mögliche neue Perspektiven über die gegenwärtige Gemeindearbeitspraxis hinaus deutlich und können von einem selbst weiterentwickelt werden. Der direkte Abgleich der theoretischen Inhalte mit der Praxis ist das, was mich am Studium fasziniert und herausfordert.“

Andreas Petry, Evangelisch-lutherische Epiphaniasgemeinde Bremen

"Für mich ist sind die Transformationsstudien eine Möglichkeit, Gemeinde und Christsein, einmal nicht nur aus der theologischen Perspektive zu betrachten. Vielmehr lerne ich z.B. auch soziologisch zu arbeiten und so neue und spannende Erkenntnisse für die Theologie und damit für Gemeinde und Christsein fruchtbar zu machen. Ich erlebe den Studiengang bisher als eine gemeinsame Entdeckungsreise aller Studierenden. Auf dem Weg in Richtung einer Gemeinde, die vom Reich Gottes nicht nur redet und darauf hofft. Sondern an seiner Verwirklichung in dieser Welt - inner- und außerhalb der Gemeinde - beteiligt ist. Das ist für mich sowohl spannend, als auch begeisternd."

Heiko Metz, Öffentlichkeitsarbeit Ev. Hochschule Tabor

„Den Studiengang habe ich für mich selbst als Transformation in meinem theologischen Denken erlebt. Hier wird in Worte gefasst, was ich geahnt habe, aber noch nicht ausdrücken konnte.“

Klaus Schönberg, Gemeindegründungsarbeit Baptisten

AbschlussMaster of Arts
Credit Points90
Regelstudienzeit5 Semester
StudienformBerufsbegleitender Online-Studiengang mit Präsenzzeiten
Bewerbungsfrist15.6.
StartWintersemester

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