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Was bringen Glaubenskurse für Jugendliche?

Über die Wirkung und Wirksamkeit in postmodernen Zeiten

Kassel. Jugendglaubenskurse gehören seit vielen Jahren zum Repertoire christlicher Kinder- und Jugendarbeit. Zwar wurden in der jüngeren Vergangenheit solche Kursangebote für Erwachsene schon wissenschaftlich untersucht, bei Angeboten für Jugendliche wiederum blieben die Fragen von Wirkung und Wirksamkeit – besonders unter postmodernen Bedingungen – bislang ungeklärt. Als wissenschaftliche Einrichtung hat sich die CVJM-Hochschule daher nun gezielt mit Jugendglaubenskursen beschäftigt und dazu einen Forschungsbericht veröffentlicht.

Jugendglaubenskurse angesichts religiöser Gleichgültigkeit

Im Forschungsbericht „Der Beitrag von Jugendglaubenskursen angesichts steigender religiöser Indifferenz“ wurden erstmals Glaubenskurse für Jugendliche empirisch erfasst und es wurde danach gefragt, welchen Beitrag Jugendglaubenskurse angesichts steigender religiöser Indifferenz leisten. Dazu interviewte Sina Diehl (Mitarbeiterin am Institut für Missionarische Jugendarbeit) rund 90 Jugendliche aus ganz Deutschland. „Diese Forschungsarbeit ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass christliche Jugendarbeit nicht nur aus dem Bauch heraus geschieht. Ihre Methoden und Konzepte müssen auch auf ihre Wirksamkeit hin hinterfragt werden. Genau das tut Sina Diehl in dieser Studie“, sagte Prof. Dr. Florian Karcher, der das Projekt wissenschaftlich leitete.

Die Studie macht dabei u.a. deutlich, dass Jugendglaubenskurse für die Glaubensentwicklung eine wichtige Rolle spielen können, besonders da, wo z. B. im Elternhaus Religion keine Rolle spielt. Aktuelle Studien beschreiben bei Jugendlichen eine „semantische Leerstelle“, wenn es um die Kommunikation ihres Glaubens geht: Jugendliche haben keine Worte mehr, um ihre Religiösität zu beschreiben. In Formaten wie Jugendglaubenskursen lernen Jugendliche, zunehmend sprachfähig über ihren eigenen Glauben zu werden. Vor allem aber stellt die Forschung heraus, dass bei Jugendglaubenskursen die dadurch entstehenden Beziehungen eine deutlich größere Rolle spielen als die Inhalte selbst. Ein weiteres wesentliches Ergebnis der Studie ist aber auch, dass Glaubenskurse für Jugendliche nur dann deutlich Wirkung entfalten, wenn eine grundsätzliche Glaubensentscheidung oder zumindest starkes Interesse daran vorhanden ist.

Auch wenn die Studie keinen umfassenden repräsentativen Anspruch erhebt, leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um den Zusammenhang von Bildung und Glaubensvermittlung und zeigt erste Perspektiven auf, wie Jugendglaubenskurse wirksamer gestaltet und eingesetzt werden können.

Zum Hintergrund:
In den letzten drei Jahren hat sich das Institut für Missionarische Jugendarbeit der CVJM-Hochschule intensiv mit Glaubenskursen für Jugendliche beschäftigt. Dabei sind bereits ein neuer Glaubenskurs mit erlebnispädagogischen Methoden (Sinn gesucht – Gott erfahren STEP OUT) und die Plattform www.x-kurs-glauben.de entstanden.

Kontakt: Sina Diehl, Mitarbeiterin am Institut für Missionarische Jugendarbeit / diehl[at]cvjm-hochschule.de

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Über das Institut:

Das Institut für Missionarische Jugendarbeit erforscht, entwickelt und reflektiert Methoden und Grundfragen missionarischen Handelns in Jugendarbeit und Gemeinde, implementiert dies in Ausbildung und Lehre und transferiert die Erkenntnisse in die Praxis. Das Institut wird geleitet von Prof. Dr. Florian Karcher.


Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bietet sie die Kolleg-Fachschul-Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher und zur Jugendreferentin / zum Jugendreferenten an. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut empirica für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Derzeit sind 552 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Pfarrer Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt. Die Studierenden leben in einer Lern- und Lebensgemeinschaft auf dem bzw. in der Nähe des Campus.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Ehrenamtlicher Vorsitzender des CVJM Deutschland ist Präses Steffen Waldminghaus. Hauptamtlicher Leiter ist Generalsekretär Pfarrer Hansjörg Kopp.

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