Wie finden wir das rechte Maß?

Christina Brudereck und Benjamin Seipel mit ihrem Programm "2 Flügel".
Christina Brudereck und Benjamin Seipel begeisterten mit Ton und Texten...
Das Publikum in der Turnhalle der Waldorfschule.
...das Publikum in der Turnhalle der Waldorfschule.
Dr. Roland Werner
Dr. Roland Werner eröffnete die Campustage thematisch.
Kistenklettern auf dem Campusgel?nde
Samstag-Nachmittag konnte man sich im Kistenklettern versuchen um einen IPod zu gewinnen.
Stefan Westhauser
Stefan Westhauser führte das Erlebnispädagogische Institut ein.
Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion rundete den intensiven Samstag ab.
Miriam Küllmer-Vogt predigt im Gottesdienst
Miriam Küllmer-Vogt predigte im Gottesdienst am Sonntag...
Der Chor der Studierenden.
...begleitet von dem Chor der Studierenden.

Die Campustage 2011 lieferten konkrete Handlungsimpulse

Vom 13. bis 15. Mai 2011 luden die CVJM-Hochschule und das CVJM-Kolleg zu den Campustagen 2011 nach Kassel ein. Die rund 160 Gäste, darunter Studierende, Ehemalige, Eltern und Nachbarn stellten sich der Frage nach dem rechten Maß in verschiedenen Bezügen, z. B. Konsum, Reisen und Energieverbrauch. Experten aus Wirtschaft, Theologie, Medizin und Verbraucheraufklärung antworteten mit interessanten Handlungsimpulsen für verantwortliches Handeln in der globalen Welt.

Eröffnet wurden die Campustage von Christina Brudereck und Benjamin Seipel, alias 2Flügel. Mit Poesie und Piano warfen Sie Fragen zum Nachdenken und Schmunzeln auf: Warum heißen manche Männer Maria? Wozu braucht man Gedenktage? Warum gibt es im Geschäft Damen- und Herrenunterwäsche, aber im Stadion Fußball - und Frauenfußball. Kam Teresa als 80-jährige Nonne zur Welt? Kann jedes Mädchen so sein wie Sophie Scholl?

Dr. Roland Werner, Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland stellte in seinem Impulsvortrag am Samstagmorgen eine weitere Frage: "Wer gibt das rechte Maß vor und vor wem muss man sich rechtfertigen?" Er empfahl auf Jesus zu schauen und sich an seinem Handeln zu orientieren.

Konkrete Handlungsimpulse bot dafür der Nachmittag mit acht Workshops und einer anschließenden Podiumsdiskussion. "Jesus würde Secondhand kaufen." Sagte Andreas Voget vom Dachverband FairWertung e.V. Der Verband bringt Transparenz in das Geschäft mit Altkleidern und empfiehlt bedachten Konsum von neuer Kleidung. "Ich empfehle die Frage zu stellen, brauche ich das wirklich? Mich persönlich befreit diese Frage und es stellt mich zufrieden, zu wissen, gut versorgt zu sein." so Voget.

Dr. Mike Meinhardt vom Solar-Energie-Hersteller SMA empfahl sich nicht zu kasteien und wies auf den endlosen Rohstoff Solarenergie hin. Maßhalten sei im Bezug auf Energie nicht schmerzhaft, so sei es z. B. finanziell nicht teurer und unkompliziert, auf Ökostrom umzusteigen. Dem stellte Dr. Tobias Faix, Theologe am Marburger Bibelseminar, die Bereiche gegenüber, in denen Menschen durch unseren Konsum in Mitleidenschaft gezogen würden. Bei der Herstellung von Mobiltelefonen würde beispielsweise der Rohstoff Coltan benötigt. Dessen Abbau würde häufig mit Hilfe von Kindern umgesetzt und starke Eingriffe in die Natur zur Folge haben.

Einen guten Kompromiss in Bezug auf die persönliche CO2-Bilanz schlug Antje Monshausen von Tourism Watch des Evangelischen Entwicklungsdienstes vor: "Ich empfehle, sich nach den Motiven für eine Reise zu fragen. Kann ich z. B. Erholung und Abstand zum Alltag auch zu Hause finden?" Sie empfahl weniger, dafür längere und intensivere Reisen zu machen.

"Generell mit kleinem Gepäck zu reisen und dafür eine Tube Waschmittel mitzunehmen hilft der Prävention von Rückenschmerzen", so Prof. Dr. Gerd Schnack vom Allensbacher Gesundheitszentrum. Der Mediziner stellte die Konstitution des menschlichen Körpers und seines ursprünglichen auf Bewegung ausgelegten Aufbaus dem tatsächlichen sitzlastigen Alltag vieler Menschen gegenüber. Er empfahl die Ernährung dem anzupassen und Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Volker Rabens, Theologiedozent an der Ruhruniversität in Bochum, erläuterte Methoden das Verhalten Jesu auf aktuelle Fragestellen zu übertragen und somit die Bibel für ethische Meinungsbildung einzubeziehen. Konkret setzt dies die Micha-Initiative um. Sie setzt sich für Aufklärung zur Bekämpfung weltweiter Armut und die Erreichung der UN-Milleniumsziele unter Christinnen und Christen ein.

Die Campustage endeten am Sonntag mit einem Gottesdienst und einer Predigt von Miriam Küllmer-Vogt aus Niederhöchststadt. Sie stellte die Gründe gegen das Maßhalten dem aus ihrer Perspektive einleuchtendsten Grund für die Suche nach dem rechten Maß gegenüber, nämlich der Liebe zu Gott, dem Schöpfer. Sie lud ein, in Liebe demütig zu sein und sich von der Liebe berufen zu lassen, ein rücksichtsvolles Leben zu führen.

Neben den dichten Inhalten gab es genügend Zeit zur Begegnung und zum Kennenlernen der Bildungseinrichtungen. Sehr praxisorientiert stellte sich das Institut für Erlebnispädagogik vor. In den Pausen konnten Getränkekistentürme erklommen und Rutschen zwischen Bäumen genutzt werden. Das Institut beginnt mit seiner ersten Weiterbildung zum Wildnis- und Erlebnispädagogen im August 2011. Informationen zu diesem Angebot finden Sie hier.

Die Gäste zeigten sich von den Campustagen sehr begeistert und es schien mit diesem Thema einen Nerv getroffen zu haben - ein Thema das viele interessiert und viele Fragen aufwirft. Somit ist 2012 mit einer Fortsetzung zu rechnen. Termin und Thema werden zeitnah bekannt gegeben.

Maren Kockskämper

Nachrichten

Weiterbildung Erlebnispädagogik

Die Weiterbildung "Wildnis- und Erlebnispädagogik" geht in die nächste Runde. Alles Wichtige zum Kurs 2012/2013.

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Institut für Missionarische Jugendarbeit

Am 13. Mai 2011 wurde in einer Feierstunde das Institut für Missionarische Jugendarbeit an der CVJM-Hochschule gegründet.

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Campustage 2011

Ein Rückblick auf die Campustage vom 13.-15. Mai 2011 - mit Bildern und Videos.

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