kopfbild

Ich habe für mein Praxissemester eine Herausforderung gesucht

Bei gemeinsamen Mahlzeiten kann man leichter ins Gespräch kommen
Bei gemeinsamen Mahlzeiten kann man leichter ins Gespräch kommen
Maren Kamczyk
Maren Kamczyk

Maren Kamczyk, Studierende an der CVJM-Hochschule, berichtet von ihrem Praxissemester im Café Mäc-Up beim Sozialdienst katholischer Frauen e. V. in Köln:

Maren, wo warst du im Praxissemester? Wie bist du auf die Stelle aufmerksam geworden?

Mein Praxissemester habe ich in dem Mädchencafé „Mäc-Up“ beim Sozialdienst katholischer Frauen e. V. in Köln absolviert. Das Café ist eine Anlaufstelle für Mädchen und junge Frauen, deren Lebensmittelpunkt überwiegend auf der Straße ist, weil sie wohnungslos sind, Drogen konsumieren oder der Prostitution nachgehen. Es bietet den Besucherinnen einen Schutzraum, zu dem Männer keinen Zutritt haben. Das niedrigschwellige Angebot ermöglicht Hilfestellung, Krisenintervention, Kontakt und Beratung. Ich habe für mein Praxissemester eine Herausforderung gesucht und wollte im Bereich der Gefährdetenhilfe tätig werden. Über die Internetseite bin ich dann auf diese Einsatzstelle aufmerksam geworden.

Welchen Aufgaben bist du dort nachgekommen?

Hauptsächlich bestand meine Arbeit aus der Beratung und Begleitung der Besucherinnen des Cafés. Hauptbestandteile dieser Beratungen waren die Existenzsicherung oder die Unterstützung bei der Lebensplanung und anderen individuellen Problemlagen. Im Alltag des Cafés war ich für die Organisation der Kleider- und Essensausgabe der Kölner Tafel zuständig. Auch die täglichen Mahlzeiten bereitete ich gemeinsam mit den Klientinnen vor und führte jeden Mittwoch einen Hip-Hop-Tanzkurs durch.

Was hat Dir am meisten Freude bereitet?

Am meisten begeistert haben mich die Nähe zu den Frauen und die Anpassung der Hilfestellungen an die individuellen Probleme. Der Alltag war stets von Flexibilität und Spontanität geprägt, da die Begegnung mit einem Menschen nicht „geplant“ werden kann.

Einladung zu Marens HipHop-Kurs
Einladung zu Marens HipHop-Kurs

Was war deine größte Herausforderung?

Für mich war es sehr herausfordernd, die professionelle Distanz zu den Frauen und Problemen zu wahren. Viele Schicksale der Frauen haben mich sehr berührt. Durch Gespräche mit meinen Kolleginnen und durch die regelmäßige Reflexion meines Verhaltens habe ich jedoch einen guten Umgang damit gefunden.

Kannst du dir vorstellen, dieser Aufgabe auch hauptberuflich nachzugehen?

Ich kann mir eine Tätigkeit in einer Anlaufstelle wie dem „Mäc-Up“ sehr gut vorstellen, da ich gut mit der Flexibilität und Spontanität dieses Arbeitsbereichs zurechtkam. Ich finde es gut, dass die Hilfe am Menschen orientiert ist. Das „Mäc-Up“ hat meiner Meinung nach ein gelungenes Konzept, um mit dem angesprochenem Klientel in Beziehung zu treten.

An der CVJM-Hochschule ist das Pra­xis­se­mes­ter eine Zeit, in der die Stu­die­ren­den in viel­fäl­ti­gen Pra­xis­fel­dern der Sozia­len Arbeit oder Gemein­de­päd­ago­gik tätig wer­den.