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Studieren mit der Online-Lernplattform Moodle

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Informationen zum Blended Learning an der CVJM-Hochschule

Blended Learning ist eine innovative, lernzielorientierte Kombination von Präsenz- und Online-Interaktiv-Phasen innerhalb eines Studiengangs (M.A. oder B.A.).

Ausführliche Informationen finden Sie auf der rechtsstehenden Grafik.

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Blended Learning an der CVJM-Hochschule

Einblicke in die Online-Lernplattform Moodle

Die Online-Studiengänge "Religions- und Gemeindepädagogik" und "Soziale Arbeit" arbeiten mit der Lernplattform Moodle. In einem Interview gibt Prof. Dr. Barbara Schellhammer, ehemalige Professorin an der CVJM-Hochschule in Kassel, Einblicke in die Online-Lernplattform.

Bei der Durchführung der Fern- und Online-Studiengänge arbeitet die CVJM-Hochschule mit der Online-Lernplattform Moodle. Was kann man sich darunter vorstellen?

Moodle ist ein online-basiertes Learning Management System (LMS). Als Open-Source-Angebot ist es jeder Institution leicht zugänglich und wird mittlerweile weltweit eingesetzt. Wir haben uns für Moodle entschieden, da sich diese Lernsoftware ausdrücklich für sozial-konstruktivistisches, kreativ-eigenständiges Lernen ausspricht. D.h. konkret, dass die Studierenden in kleineren Teams, aber auch im Plenum spezielle Themen in dafür angelegten virtuellen Kursräumen erarbeiten. 

Anders als bei den bislang für Fernstudiengänge bewährten Fernstudienbriefen baut Moodle auf die Zusammenarbeit der Studierenden. Wissen wird im kontinuierlichen Dialog anknüpfend an bereits bestehende Erfahrungen und Wissen von den Studierenden selbst konstruiert. Es hat damit wesentlich mehr mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun.

Was erwartet einen, wenn man einen solchen virtuellen Kursraum betritt?

Man kann sich das wie einen realen Kursraum vorstellen. Die Lehrenden können selbst entscheiden, wie sie ihre Kurse aufbauen möchten. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, Vorlesungen wöchentlich zu ordnen oder in thematische Einheiten zu zerlegen. Für die einzelnen Abschnitte werden Lehrmaterialen wie Literatur, Filme, Power Points, Radioberichte, selbst auditiv oder visuell aufbereitete Vorlesungssequenzen auf die Plattform gestellt. 

Unterschiedliche Foren laden zu asynchroner und Chaträume zu synchroner Diskussion ein - dies kann entweder im Plenum geschehen oder in Teams. Es gibt viele Möglichkeiten. Zentral ist aber der zwischenmenschliche Austausch, das gemeinsame intensiv interaktive Lernen. Der Theorie-Praxisbezug spielt dabei eine besondere Rolle, denn die Studierenden können weiter in ihrem Heimatwohnort arbeiten, Praktika absolvieren oder kleinere Forschungsprojekte machen und dabei Fragen oder Ergebnisse im virtuellen Kursraum mit anderen diskutieren. 

Theorie kann so durch Praxis überprüft und Praxis durch Theorie bereichert werden. Mir persönlich macht es total viel Spaß, virtuelle Kursräume ansprechend zu gestalten, um Studierende möglichst intrinsisch zu motivieren, sich aktiv am eigenen und am Lernprozess in Gemeinschaft zu beteiligen.

Gibt es denn bei den Onlinestudiengängen auch die Möglichkeit, die Mitstudierenden persönlich kennen zu lernen und regelmäßig zu treffen?

Ja, jedes Jahr werden bis zu vier Wochen Präsenzphasen durchgeführt. Dieses Konzept der Verknüpfung von Online-Lehre und intensiven Präsenzphasen nennt man "hybrides Lernen" oder auch "Blended Learning". Wichtig dabei ist vor allem die erste Präsenzphase, in der sich die Studierenden persönlich kennenlernen, erste Teams für die Onlinephasen bilden, lernen, wie Moodle funktioniert und wie man beispielsweise Konflikte im virtuellen Setting gut meistern kann.

Sie haben das System bereits in der Lehre in Kanada, an der Royal Roads University, eingesetzt und ausführlich erprobt. Wie hat das funktioniert? Was waren die Vorteile? Was hat nicht so reibungslos geklappt?

Ich bin vor allem aufgrund der mittlerweile fünfjährigen Erfahrung mit Moodle von dieser Art der Lehre überzeugt - wenn Sie gut aufbereitet ist. Die Inhalte der Lehre müssen in erster Linie aus den Lernzielen abgeleitet werden. Dann müssen genau die didaktischen Werkzeuge gewählt werden, die am viel versprechendsten erscheinen, um das entsprechende Lernziel zu erreichen und mit Hilfe klarer Kriterien auch zu überprüfen. Das Was der Lehre muss mit dem Wie abgestimmt werden. Das wird oft nicht so gehandhabt und folglich wissen Studierende vor lauter Technik nicht mehr, was sie eigentlich lernen sollen.

Außerdem möchte ich die Bedeutsamkeit des direkten Kontaktes besonders hervorheben. Ich bin davon überzeugt, dass das Lernen in einer virtuellen Welt nur dann motivierend ist, wenn die Studierenden gemeinsam face-to-face ihr Studium beginnen konnten. Ich glaube nicht, dass das Internet jemals den persönlichen Kontakt ersetzen kann - und das gilt ganz besonders für gemeinsames Wachsen, für gemeinsame Lernabenteuer.