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Das Sommerinterview mit Prof. Dr. Rüdiger Gebhardt

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CVJM: Herr Prof. Dr. Gebhardt, Sie sind jetzt seit gut zwei Jahren Rektor an der CVJM-Hochschule in Kassel. Gerade haben Sie 96 Absolventinnen und Absolventen in ihren Dienst in CVJM, Kirche und Gesellschaft verabschiedet – so viele wie nie zuvor. Sie verabschieden sich aus einem geschäftigen Semester in den wohlverdienten Sommerurlaub. Wo geht es denn diesen Sommer hin?

GEBHARDT: Zuerst nach Korsika, dann auf eine Kreuzfahrt durchs westliche Mittelmeer, jeweils mit der ganzen Familie. Bei beiden Reisen bin ich teilweise auch als Prediger bzw. Referent eingeplant. Also eine reizvolle Mischung aus Dienst und Urlaub!

CVJM: Aktiv, auch im Urlaub. Geschäftig, aber ansprechbar. Das zeichnet Sie und die Dozierenden an der CVJM-Hochschule aus. Warum sollten junge Leute bei Ihnen in Kassel studieren?

GEBHARDT: Unsere Studierenden werden top-qualifiziert in einer biblisch fundierten, praxisnahen Theologie und in einer auf christlichen Werten basierten Sozialen Arbeit. Sie lernen nicht nur zusammen, sondern leben auch gemeinsam auf dem Campus, und das in der wunderschönen Umgebung des Bergparks Kassel-Wilhelmshöhe. Mal ehrlich: Warum sollten junge Leute woanders studieren?

CVJM: Das klingt gut. Seit wann gibt es die Hochschule eigentlich und wie viele Studierende gibt es?

GEBHARDT: Wir sind eine junge Hochschule: Es gibt sie seit 2009. Vorher gab es schon das CVJM-Kolleg als Fachschule für Theologie und Sozialpädagogik. Zusammen haben wir momentan um die 350 Studierende, davon gut 300 an der Hochschule.

CVJM: Eine rasante Entwicklung für die Hochschule. Und was haben Sie vor Ihrer Berufung zum Rektor der CVJM-Hochschule gemacht?

GEBHARDT: Ich bin Pfarrer der Evangelischen Landeskirche, war neun Jahre in einer Gemeinde tätig, danach als Studienleiter in der Pfarrerfortbildung.

CVJM: Was ist Ihre Verbindung zum CVJM?

GEBHARDT: Ich bin schon als Knirps in die Jungschar beim CVJM gegangen. Dann das komplette Programm: Sportarbeit, Jugendarbeit, Mitarbeiterschulung, Vorstand usw. Das hat mich geprägt! Heute bin ich froh, dem CVJM durch meine Tätigkeit etwas zurückgeben zu können. Und ich bin noch immer begeistert, wie der CVJM inhaltliche Klarheit und Weite zusammenbringen kann!

CVJM: Was hat sich in den letzten zwei Jahren an der CVJM-Hochschule verändert?

GEBHARDT: Wir haben uns auf den Bereich konzentriert, den wir am besten können: Die Schnittmenge zwischen Gemeindepädagogik und Sozialer Arbeit. Dazu haben wir unsere Schwerpunkte vertieft: Die Wildnis- und Erlebnispädagogik beispielsweise oder Missionarische Jugendarbeit und Medienpädagogik. Aber es sind auch neue dazugekommen, wie die Interkulturelle Soziale Arbeit. In all diesen Bereichen bewältigen wir einen Balance-Akt: nahe dran am Puls der Zeit, aber auch nicht einfach mitschwimmen im Strom!

CVJM: Wo geht es hin mit der Hochschule und dem Kolleg? Was sind wichtige Projekte?

GEBHARDT: Im kommenden Studienjahr werden Hochschule und Kolleg enger zusammenrücken. Der Weiterbildungsbereich wird verstärkt. Wir arbeiten an einem neuen Master-Studiengang, den man nach dem Abschluss des Bachelors studieren kann, und an Plänen für einen Hochschul-Neubau. Denn leider oder zum Glück – wie man’s nimmt – platzen wir aus allen Nähten!

CVJM: Wie finanziert sich die CVJM-Hochschule?

GEBHARDT: Etwa zur Hälfte aus Studiengebühren, zur anderen Hälfte aus Zuschüssen vom Land Hessen und den Kirchen, Sponsoring und vor allem Spenden.

CVJM: Wie kann man junge Menschen bei ihrem Studium und die Hochschule bei ihren Projekten unterstützen?

GEBHARDT: Spenden sind natürlich immer willkommen! Die können auch bestimmten Bereichen zugeordnet werden, wenn z. B. jemand sagt: "Ich möchte, dass missionarische Jugendarbeit multipliziert wird oder dass Christen für die Arbeit mit Geflüchteten fit gemacht werden". Dann gibt es die Möglichkeit, jungen Leuten ein Studium an der CVJM-Hochschule zu ermöglichen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Dafür gibt es den "Grete-Lüst-Fonds". Und wer unsere Arbeit dauerhaft und verlässlich fördern will, kann dem Verein der "Hochschulpaten" beitreten und gehört damit quasi "zur Familie"!

CVJM: Zum Schluss noch eine klassische "Sommerinterview-Frage" -  und zwar die nach der Schlagzeile, die Sie im nächsten Jahr gerne lesen würden. Wie wär’s mit: "500. Studierender an der CVJM-Hochschule aufgenommen?"

GEBHARDT: Nein, das ist nicht mein vorrangiges Ziel. Dann schon lieber: "Persönliche Begleitung an der CVJM-Hochschule weiter intensiviert!"

CVJM: Herzlichen Dank, Herr Gebhardt. Ihnen und Ihren Studierenden ehrholsame Sommerferien.

Die Fragen stellte Sebastian Vogt, Leiter des Referats Kommunikation beim CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V.