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Unser Verständnis von Erlebnispädagogik

Es existieren eine Vielzahl von Definitionsansätzen zur Erlebnispädagogik. Das Institut für Erlebnispädagogik würdigt die Vielfalt dieser unterschiedlichen Ansätze und versteht sich und seine (Ausbildungs-)tätigkeit so, dass erst im Zusammenwirken einzelner Facetten sich ein größeres und klareres Gesamtbild ergibt. Das Institut für Erlebnispädagogik schließt sich nachfolgende Definitionsansätze an, da sie in hohem Maße das eigene Verständnis von Erlebnispädagogik widerspiegeln. 

„Wir arbeiten mit einem pädagogischen Konzept zielorientiert und bevorzugt in der Natur oder dem naturnahen Raum vorrangig an der Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen.“
Bunderverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V.

„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“
Bernd Heckmair/Prof. Dr. Werner Michl

Diese beiden Definitionen werden ergänzt durch folgende Merkmale der modernen Erlebnispädagogik und vervollständigen das Verständnis von Erlebnispädagogik des Instituts für Erlebnispädagogik:

1. Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit
Im Mittelpunkt des Lernprozesses steht die tätige Auseinandersetzung mit einer Aufgabe, wobei Erfahrungen selbst gemacht werden müssen. Wissen, Fähigkeit und Werte werden über direkte Erfahrungen erarbeitet und vermittelt. Unter Ganzheitlichkeit ist zu verstehen, dass alle Dimensionen des Menschen angesprochen werden, das heißt Körper, Geist und Seele.

2. Lernen in Situationen mit Ernstcharakter
Von besonderer Bedeutung für das Setting ist in einer erlebnispädagogischen Maßnahme der Ernstcharakter einer Situation. Es müssen Lernsituationen gefunden werden, deren Charakter derart beschaffen ist, dass sich Aufgaben und Anforderungsstruktur als natürlicher Sachzwang ergeben.

3. Gruppenorientierung
Erlebnispädagogik stellt sich überwiegend als gruppenpädagogisches Angebot dar. Sozialpädagogische Angebote zielen dabei auf die Förderung von Sozialen Kompetenzen und Kooperationsfähigkeit durch das Arrangement von Lernsituationen, die verdeutlichen, dass Zusammenarbeit notwendig ist.

4. Erlebnischarakter
Die bisher genannten Merkmale ließen sich auch in alltäglichen Situationen konstruieren. Charakteristisch für die Erlebnispädagogik ist, dass die Lernsituationen außergewöhnlich sind, das heißt vielfältig, nicht alltäglich, real und ernsthaft sein müssen, um so Grenzerfahrungen zu ermöglichen. Ungewöhnliche und außerordentliche Situationen erhöhen die Chance, dass aus einem Ereignis ein nachhaltig wirkendes Erlebnis wird. Deshalb findet Erlebnispädagogik mit Distanz zum Alltag statt.

5. Freiwilligkeit
Jeder Mensch muss selbst entscheiden, ob er an einer erlebnispädagogischen Maßnahme teilnehmen will oder nicht. Das Prinzip der Freiwilligkeit geht davon aus, dass Lernerfolge nicht erzwungen werden können und deshalb abhängig von der Motivation und Wahlfreiheit des Einzelnen sind. Die Aufgabe der Erlebnispädagogen besteht darin, die Teilnehmer zu ermutigen und anzuspornen, sich in die Lernsituation zu wagen. Die endgültige Entscheidung wird von dem Teilnehmer selbst getroffen und muss vom Pädagogen akzeptiert werden.

6. Pädagogisches Arrangement
Erlebnisträchtige Situationen werden erst zum erlebnispädagogischen Arrangement, wenn sie pädagogisch instrumentalisiert werden. Dazu gehören einerseits gezielte Planungen und Realisierungen von Angeboten, andererseits aber auch – was wichtig für den Erfolg der Maßnahme ist – die Begleitung von erlebnispädagogisch geschulten Begleitern.

Des weiteren ergänzen die Werte und Arbeitsweise des Instituts für Erlebnispädagogik diese Definitionsansätze.